Elisabeth

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Elisabeth
I
Elisabeth,
 
biblische Gestalt, Frau des Zacharias, Mutter Johannes' des T√§ufers (Luk. 1, 5); ‚ÄĒ Heilige (Tag: 5. 11.).
 
II
Elisabeth,
 
Herrscherinnen:
 
¬†1) Elisabeth, K√∂nigin, * 1262 (nach anderen Angaben 1263), ‚úĚ K√∂nigsfelden (bei Brugg) 28. 10. 1313; Tochter von Graf Meinhard II. von G√∂rz und Tirol und der Elisabeth von Wittelsbach; »ä seit November 1274 mit K√∂nig Albrecht I. Nach seiner Ermordung (1308) setzte sie sich energisch f√ľr die habsburgischen Interessen ein. Nachdem sie die Herrschaft f√ľr ihre Kinder gesichert hatte, zog sie sich in das von ihr auf der Mordstelle gegr√ľndete Kloster K√∂nigsfelden bei Brugg im Aargau zur√ľck.
 
¬†2) Elisabeth, R√∂mische K√∂nigin und K√∂nigin von Ungarn und B√∂hmen (seit 1438), * um 1409, ‚úĚ Raab (Ungarn) 19. 12. 1442; Tochter von K√∂nig Siegmund; heiratete 1421 Herzog Albrecht V. von √Ėsterreich (1438 als Albrecht II. K√∂nig). Elisabeth brachte ihrem Gatten die Anwartschaft auf B√∂hmen und Ungarn in die Ehe ein. Mit dem Tode ihres Vaters (1437; seit 1433 Kaiser) erkannten die ungarischen St√§nde sie als Landesherrin an. Seit ihrer Kr√∂nung (mit ihrem Gatten am 1. 1. 1438 in Stuhlwei√üenburg) betrieb sie eine den Interessen Albrechts zuwiderlaufende Politik in Ungarn. Nach dem pl√∂tzlichen Tod Albrechts (1439) hielt sie an den Thronanspr√ľchen ihres nach dem Tod des Gatten geborenen Sohnes Ladislaus V. Postumus fest (1440).
 
 Belgien:  
¬†3) Elisabeth Gabrielle Val√©rie Marie, K√∂nigin der Belgier, * Possenhofen (heute zu P√∂cking, Kreis Starnberg) 25. 7. 1876, ‚úĚ Br√ľssel 23. 11. 1965; Tochter von Karl Theodor, Herzog in Bayern, und Marie Josepha, Infantin von Portugal; heiratete im Oktober 1900 den damaligen belgischen Thronfolger Albert (seit 17. 12. 1909 K√∂nig Albert I.). Aus ihrer Ehe stammen der sp√§tere K√∂nig Leopold III., Prinz Karl und Prinzessin Marie-Jos√©. Auf sie gehen etliche soziale Stiftungen (z. B. f√ľr die Kriegsblinden sowie die ¬ĽFondation m√©dicale Reine √Člisabeth¬ę) und wissenschaftliche Stiftungen zur√ľck, so 1923 die ¬ĽFondation √©gyptologique Reine √Člisabeth¬ę und 1929 die ¬ĽFondation musicale Reine √Člisabeth¬ę.
 
 
B. Del√©pinne: Elisabeth, reine des Belges (Br√ľssel 1983);
 G.-H. Dumont: Elisabeth de Belgique ou les défis d'une reine (Paris 1986).
 
 Braunschweig-Calenberg:  
¬†4) Elisabeth, Herzogin von Braunschweig-Calenberg (seit 1525) und Gr√§fin von Henneberg (seit 1546), * Berlin (?) 1510, ‚úĚ Ilmenau 25. 5. 1558; Tochter von Kurf√ľrst Joachim I. von Brandenburg; erhielt nach ihrer Hochzeit mit Herzog Erich I. von Braunschweig-L√ľneburg (Calenberg) von diesem das Amt Calenberg, sp√§ter das F√ľrstentum G√∂ttingen als Leibgedinge mit dem Recht der selbstst√§ndigen Regentschaft. Sie wandte sich dem protestantischen Glauben zu und n√§herte sich dem Schmalkaldischen Bund. 1540-46 f√ľhrte sie die Regentschaft f√ľr ihren Sohn Erich II., wobei sie in Calenberg und G√∂ttingen eine protestantische Kirchenordnung durchsetzte. Nach 1546 widersetzte sie sich erfolgreich den Rekatholisierungsversuchen in ihren Landesteilen. 1548 bewog sie Erich II. zum Kampf gegen das Herzogtum Braunschweig-Wolfenb√ľttel. Nach einer entscheidenden Niederlage wurde sie verbannt und lebte zur√ľckgezogen in der Herrschaft Ilmenau. - Als eine der ersten deutschen F√ľrstinnen verk√∂rperte Elisabeth den aus der Renaissance hervorgegangenen Herrscherinnentypus. Neben ihren politischen Ambitionen sowie neben der in Glaubensfragen unnachgiebigen Einstellung galt ihr Interesse auch der Schriftstellerei. So verfasste sie z. B. ein Regierungshandbuch f√ľr ihren Sohn (1545) und ein Ehestandsbuch f√ľr ihre Tochter (1550).
 
 England/Großbritannien:  
¬†5) Elisabeth I., englisch Elizabeth […™'l…™z…ôb…ôőł], K√∂nigin von England (1558-1603), * Greenwich (heute zu London) 7. 9. 1533, ‚úĚ Richmond upon Thames (heute zu London) 24. 3. 1603; Tochter Heinrichs VIII. aus dessen zweiter Ehe mit Anna Boleyn. Nach der Hinrichtung ihrer Mutter 1536 wurde sie f√ľr illegitim erkl√§rt, jedoch vom Parlament 1544 wieder in die Thronfolge eingereiht (hinter ihren Halbgeschwistern Eduard VI. und Maria der Katholischen) und nach dem Tod Marias als Herrscherin anerkannt. Mit der politischen Hilfe von W. Cecil, Baron Burghley, und gest√ľtzt auf eine solide Finanzpolitik, stellte sie eine starke Krongewalt her, die erst gegen Ende ihrer Regierungszeit br√ľchig zu werden begann. Das Zeitalter Elisabeths gilt als Epoche gro√üer Stabilit√§t, nicht zuletzt im Vergleich mit den Verfassungsk√§mpfen unter den auf Elisabeth folgenden Stuarts. Innenpolitisch bedeutsam waren die Anf√§nge sozialpolitischer Gesetzgebung, u. a. zur Lehrlingsausbildung im Handwerk und zur √úberwachung von L√∂hnen (1563) sowie zur Armenf√ľrsorge (1601), v. a. aber die Wiedereinf√ľhrung der anglikanischen Staatskirche (1559, Supremats- und Uniformit√§tsakte). Elisabeth wurde damit Oberhaupt der von Rom unabh√§ngigen anglikanischen Kirche. Gegen√ľber den Katholiken war Elisabeth um Ausgleich bem√ľht, um ihr vorrangiges Ziel, die Herstellung innenpolitischer Integration, nicht zu gef√§hrden. Eine Versch√§rfung ergab sich, als Maria Stuart, die katholische Thronpr√§tendentin, 1568 von Schottland nach England fl√ľchtete und Papst Pius V. Elisabeth 1570 exkommunizierte. Erst mit der ohne Wissen Elisabeths erfolgten Hinrichtung Maria Stuarts 1587 endeten die Versuche katholischer Oppositioneller, Elisabeth zu st√ľrzen.
 
Au√üenpolitischer Hauptgegner war Spanien, dessen K√∂nig Philipp II. zu Beginn der Herrschaft Elisabeths vergeblich eine Heirat mit ihr angestrebt hatte. Elisabeth unterst√ľtzte den niederl√§ndischen Unabh√§ngigkeitskampf und die √úbergriffe englischer Freibeuter (F. Drake u. a.) auf spanische Schiffe. Entscheidend f√ľr die internationale Stellung Englands war der Sieg √ľber die spanische Armada 1588. Damit war die protestantische Gro√ümacht auch au√üenpolitisch gesichert. England erlebte in Handel und Schifffahrt einen gro√üen Aufschwung. Auch die Anf√§nge des englischen Kolonialreichs wurden geschaffen (Virginia). Zur politischen Macht und zum wirtschaftlichen Aufschwung trat die Bl√ľte des geistigen Lebens (v. a. W. Shakespeare). Das Elisabethanische Zeitalter bietet so ein einzigartiges Gesamtbild nationaler Gr√∂√üe. - Zu den G√ľnstlingen Elisabeths geh√∂rten Robert Dudley, Earl of Leicester, und Robert Devereux, Earl of Essex. Elisabeth blieb unverm√§hlt (¬Ľdie jungfr√§uliche K√∂nigin¬ę, englisch ¬Ľthe Virgin Queen¬ę). Kurz vor ihrem Tod bestimmte sie den schottischen K√∂nig Jakob VI., den Sohn Maria Stuarts, zu ihrem Nachfolger.
 
Literarische Behandlung: Elisabeth Spenser, ¬ĽThe faerie Queene¬ę (1590-96), T. Heywood, ¬ĽIf you know not me, you know nobody¬ę (1604-05, Drama), W. H. Ainsworth, ¬ĽThe Tower of London¬ę (1840, Roman); vielfach gestaltet wurde der Konflikt mit Maria Stuart und mit Elisabeths G√ľnstling Graf Essex (T. Corneille, 1678; J. Banks, 1682; F. Bruckner, 1930).
 
 
Ausgabe: Die Briefe der Königin Elisabeth von England 1533 bis 1603, herausgegeben von G. B. Harrison (aus dem Englischen, 1938).
 
 
J. E. Neale: Elizabeth I. and her parliaments, 2 Bde. (London 1953-57);
 J. E. Neale: Königin E. I. von England (a. d. Engl., 41985);
 J. B. Black: The reign of Elizabeth, 1558-1603 (Oxford 21959);
 C. Read: Lord Burghley and Queen Elizabeth (London 1960);
 W. P. Haugaard: Elizabeth and the English Reformation (London 1968);
 J. Hurstfield: Elizabeth I. and the unity of England (Neuausg. Harmondsworth 1971);
 L. B. Smith: Elizabeth Tudor (Boston, Mass., 1976);
 N. Williams: E. I. von England (a. d. Engl., 1976);
¬†N. Williams: E. I. Eine Frau f√ľhrt England zur Weltmacht (a. d. Engl., 1978);
 G. Lottes: E. I. (1981);
 W. T. MacCaffrey: Queen Elizabeth and the making of policy, 1572-1588 (Princeton, N. J., 1981);
 H. Nette: E. I. (1982).
 
Hier finden Sie in √úberblicksartikeln weiterf√ľhrende Informationen:
 
 
England unter Heinrich VIII. und Elisabeth I. (1509 bis 1603): König Blaubart und die Feenkönigin
 
 
¬†6) Elisabeth II., englisch Elizabeth […™'l…™z…ôb…ôőł], K√∂nigin von Gro√übritannien und Nordirland, Haupt des Commonwealth, * London 21. 4. 1926; bestieg nach dem Tod ihres Vaters, Georg VI., 1952 den Thron (gekr√∂nt 1953); »ä seit dem 20. 11. 1947 mit Philip Mountbatten, der zum Herzog von Edinburgh erhoben wurde. Der Ehe entstammen Charles (* 14. 11. 1948), Anne (* 15. 8. 1950), Andrew (* 19. 2. 1960) und Edward (* 10. 3. 1964).
 
 
 Frankreich:  
¬†7) Elisabeth CharloŐ£tte, Herzogin von Orl√©ans […Ērle'√£], genannt LiseloŐ£tte von der PfaŐ£lz, * Heidelberg 27. 5. 1652, ‚úĚ Saint-Cloud 8. 12. 1722; Tochter des Kurf√ľrsten Karl Ludwig von der Pfalz, »ä seit 1671 mit Herzog Philipp I. von Orl√©ans, dem Bruder Ludwigs XIV. von Frankreich; ihre Erbanspr√ľche nach dem Tod ihres Bruders, des Kurf√ľrsten Karl (‚úĚ 1685), boten dem franz√∂sischen K√∂nig den Anlass zum Pf√§lzischen Erbfolgekrieg. Elisabeth Charlotte bewahrte w√§hrend ihres 50-j√§hrigen Lebens am franz√∂sischen Hof ihr urw√ľchsiges und nat√ľrliches Wesen, das sich besonders in ihren vielen Briefen ausdr√ľckt. In diesen schildert sie freim√ľtig und voller Anteilnahme die von Galanterie und Eleganz, aber auch von Intrigen und Klatsch gepr√§gten Verh√§ltnisse am Hof des Sonnenk√∂nigs und beklagt das traurige Schicksal der Pfalz.
 
Ausgabe: Briefe der Liselotte von der Pfalz, herausgegeben von H. Kiesel (41986; Auswahl).
 
 
M. Knoop: Madame. Liselotte von der Pfalz (21966);
 P. Grenaud: La Palatine. Mère du Régent et commère du Grand Siècle (Paris 1984);
 J. Voss: Liselotte von der Pfalz als Zeugin ihrer Zeit, in: Barock am Oberrhein, hg. v. V. Press u. a. (1985).
 
¬†8) Elisabeth, Gr√§fin, * V√©z√©lise (bei Nancy) 1394 (?), ‚úĚ Saarbr√ľcken 17. 1. 1456; Tochter von Herzog Friedrich V. von Lothringen (‚úĚ [gefallen] 1415), heiratete 1412 Graf Philipp I. von Nassau-Saarbr√ľcken (* 1368, ‚úĚ 1429) und √ľbernahm nach dessen Tod die Regierung bis zur Vollj√§hrigkeit (1438) ihres √§ltesten Sohnes Philipp II. (‚úĚ 1492); schrieb um 1437, mit sp√§ter verloren gegangenen franz√∂sischen Chansons de Geste als Vorlage, die ersten deutschen Prosaromane ¬ĽHerpin¬ę (Druck 1514), ¬ĽSibille¬ę, ¬ĽLoher und Maller¬ę (Druck 1513) und ¬ĽHugo Scheppel¬ę (auch ¬ĽHuge Scheppel¬ę, ¬ĽHug Schapler¬ę, Druck 1500), die alle um Kaiser Karl dem Gro√üe kreisen und bis auf ¬ĽSibille¬ę sp√§ter als Volksb√ľcher weite Verbreitung fanden.
 
 
W. Liepe: E. von Nassau-Saarbr√ľcken (1920).
 
¬†√Ėsterreich-Ungarn: ¬†
¬†9) Elisabeth Eugenie Amalie, Kaiserin von √Ėsterreich und K√∂nigin von Ungarn, * M√ľnchen 24. 12. 1837, ‚úĚ Genf 10. 9. 1898. Die zweite Tochter von Herzog Maximilian Joseph in Bayern heiratete am 24. 4. 1854 Kaiser Franz Joseph I. von √Ėsterreich. Der v. a. aus dynastischen Interessen geschlossenen Ehe entstammten neben Kronprinz Rudolf die Erzherzoginnen Sophie (* 1855, ‚úĚ 1857), Gisela (* 1856, ‚úĚ 1932) und Marie Valerie (* 1868, ‚úĚ 1924). Elisabeth, die als eine der sch√∂nsten Frauen ihrer Zeit galt, blieb wegen ihrer Abneigung gegen h√∂fische Gebundenheit eine Au√üenseiterin am kaiserlichen Hof. Ihre Sympathien f√ľr den ungarischen Landesteil nutzte Graf G. Andr√°ssy als ungarischer Ministerpr√§sident f√ľr die amtliche Politik. Elisabeth entzog sich durch Reisen zunehmend dem Hofleben. In Genf wurde die zur Schwermut neigende Kaiserin von dem italienischen Anarchisten L. Luccheni erstochen.
 
 
 
Franz-Joseph I. Kaiser von √Ėsterreich. Briefe an Kaiserin E., 1859-1898, hg. v. G. Nostitz-Rieneck, 2 Bde. (1966);
¬†M. Matray u. A. Kr√ľger: Das Attentat. Der Tod der Kaiserin E. in Genf (Neuausg. (1991);
¬†J. Haslip: Sissi. Kaiserin von √Ėsterreich (a. d. Engl., 1994);
¬†G. Praschl-Bichler u. J. Cach√©e: ¬Ľ. ..von dem m√ľden Haupte nehm' die Krone ich herab¬ę.Kaiserin E. privat (Wien 21995);
 B. Hamann: E. Kaiserin wider Willen (Wien 81996).
 
 Pfalz:  
¬†10) Elisabeth, Kurf√ľrstin von der Pfalz (seit 1614) und K√∂nigin von B√∂hmen (seit 1619), * Falkland Castle (bei Perth) 19. 8. 1596, ‚úĚ London 13. 2. 1662; Tochter des englischen K√∂nigs Jakob I.; heiratete im Februar 1613 Kurf√ľrst Friedrich V. von der Pfalz, der sich so die Unterst√ľtzung Englands in Bezug auf seine politischen Vorhaben in B√∂hmen versprach. Sie folgte 1619 ihrem Mann nach dessen Kr√∂nung zum K√∂nig B√∂hmens nach Prag. Die Niederlage Friedrichs V. am Wei√üen Berg (1620) vertrieb sie 1621 aus B√∂hmen. Im niederl√§ndischen Exil hielt sie, besonders nach dem Tod ihres Mannes (1632), erneut einen gro√üen Hof. Unstimmigkeiten mit ihrem Sohn Karl Ludwig lie√üen sie nach dem Westf√§lischen Frieden (1648) in den Niederlanden verbleiben; 1661 kehrte sie nach England zur√ľck.
 
 
L. Fehrle-Burger: Königl. Frauenschicksale zw. England u. Kurpfalz (1965).
 
 Preußen:  
¬†11) Elisabeth Christine, K√∂nigin, * Wolfenb√ľttel 8. 11. 1715, ‚úĚ Berlin 13. 1. 1797; Tochter des Herzogs Ferdinand Albrecht II. von Braunschweig-Bevern und der Amalie von Braunschweig-Wolfenb√ľttel. Die Nichte Kaiser Karls VI. wurde 1733 im Interesse einer engeren Verbindung zwischen Preu√üen und √Ėsterreich dem Kronprinzen Friedrich, dem sp√§teren K√∂nig Friedrich II., der Gro√üe, angetraut. Ab 1740 lebte das Paar getrennt.
 
 Rumänien:  
 12) Elisabeth, Königin, Carmen Sylva.
 
 Russland:  
¬†13) Elisabeth PetroŐ£wna, JelisaweŐ£ta PetroŐ£wna, Kaiserin (1741-62), * Kolomenskoje (heute zu Moskau) 29. 12. 1709, ‚úĚ Sankt Petersburg 5. 1. 1762; Tochter Peters I., des Gro√üen, und Katharinas I.; setzte ihren Thronanspruch gegen die Regentin Anna Leopoldowna mit einem von den Garderegimentern unterst√ľtzten Staatsstreich in der Nacht vom 5. zum 6. 12. 1741 durch. Sie ernannte ihren Neffen Karl Peter Ulrich von Holstein-Gottorp (den sp√§teren Peter III.) zu ihrem Nachfolger und verheiratete ihn 1745 mit der Prinzessin Sophie Friederike Auguste von Anhalt-Zerbst, der sp√§teren Katharina II., der Gro√üen 1743 beendete Elisabeth den Krieg mit Schweden durch den Frieden von √Öbo. Au√üenpolitisch band sie unter der Leitung ihres Kanzlers A. P. Bestuschew-Rjumin Russland an √Ėsterreich und nahm gemeinsam mit Frankreich am Siebenj√§hrigen Krieg gegen Friedrich II., dem Gro√üen, teil. Das von den Russen besetzte Ostpreu√üen stand 1758-62 unter ihrer Herrschaft. - Elisabeth gr√ľndete 1755 die Universit√§t in Moskau und 1757 die Akademie der K√ľnste in Sankt Petersburg und schuf mit der Aufhebung der Binnenz√∂lle (1753) eine wesentliche Voraussetzung f√ľr die Entstehung eines einheitlichen russischen Wirtschaftsgebietes.
 
 
T. Talbot Rice: E. von Rußland (a. d. Engl., 1973);
 R. Coughlan: Frauen auf dem Zarenthron. E. u. Katharina (a. d. Engl., 1978).
 
 Spanien:  
¬†14) Elisabeth von Valois [-va'lwa], K√∂nigin, * Fontainebleau 13. 4. 1545, ‚úĚ Aranjuez 3. 10. 1568; Tochter Heinrichs II. von Frankreich und der Katharina von Medici, seit 22. 6. 1559 dritte Gemahlin Philipps II. von Spanien; die Ehe sollte den im April 1559 geschlossenen Frieden von Cateau-Cambr√©sis besiegeln (deshalb der spanische Beiname ¬ĽIsabel de la Paz¬ę). Das Elisabeth nachgesagte Liebesverh√§ltnis zu ihrem Stiefsohn Don Carlos hat nicht bestanden.
 
¬†15) Elisabeth Farnese, K√∂nigin, * Parma 25. 10. 1692, ‚úĚ Aranjuez 11. 7. 1766; aus dem Herzogshaus von Parma, seit 1714 zweite Gemahlin Philipps V. von Spanien. Gebildet, kunstverst√§ndig und politisch ehrgeizig, dem an Schwermut leidenden K√∂nig an Willenskraft √ľberlegen, leitete sie mit ihrem Berater G. Alberoni praktisch die spanische Politik, v. a. die Au√üenpolitik, die auf Wiedergewinnung der ehemaligen italienischen Besitzungen gerichtet war. Nach dem Sturz Alberonis (1719) gelang es ihr durch Kriege und Verhandlungen, ihren S√∂hnen italienische Throne zu verschaffen. Karl erhielt 1731 Parma als spanisches Sekundogenitur und tauschte es 1735 mit Neapel und Sizilien, bevor er 1759 (als Karl III.) K√∂nig von Spanien wurde. Sein Bruder Philipp, Schwiegersohn Ludwigs XV. von Frankreich, wurde 1748 Herzog von Parma und Piacenza. Damit begr√ľndete Elisabeth die Linien Bourbon-Sizilien und Bourbon-Parma (Bourbon). Unter Ferdinand VI. entmachtet, gewann sie unter der Herrschaft ihres Sohnes Karl III. wieder an Einfluss.
 
 
L. de Taxonera: Isabel de Farnesio (Barcelona 1943).
 
¬†Th√ľringen: ¬†
¬†16) Elisabeth, E.Elisabeth von Ungarn, * Burg S√°rospatak (Ungarn) 1207, ‚úĚ Marburg 17. 11. 1231; aus dem Geschlecht der Arpaden, Tochter K√∂nig Andreas' II. von Ungarn und der Gertrud von Andechs-Meranien (‚úĚ 1213); kam vierj√§hrig an den Hof des Landgrafen Hermann von Th√ľringen, mit dessen Sohn und Nachfolger Ludwig (IV.) sie verlobt und 1221 verheiratet wurde. Ihr Drang nach Selbstent√§u√üerung, Mildt√§tigkeit und freiwilliger Armut, von ihrem Beichtvater Konrad von Marburg und den Eisenacher Franziskanern best√§rkt, entfremdete sie dem h√∂fischen Leben. Nach dem Kreuzfahrertod ihres Gemahls (1227) verlie√ü sie, wohl von ihrem Schwager Heinrich Raspe vertrieben, die Wartburg, rastlos umherziehend, beraten und beherrscht von ihrem Beichtvater. Sie stiftete in Marburg ein Hospital, in dem sie sich asketischem Krankendienst widmete. Schon 1235 wurde sie heilig gesprochen. Ab 1235 baute der Deutsche Orden, der Rechtsnachfolger ihrer Marburger Stiftung, die Elisabeth-Kirche, wohin 1236 ihre Gebeine in einem kostbaren Schrein √ľberf√ľhrt wurden. - Heilige (Tag: 19. 11.).
 
Das Leben Elisabeths fand in vielen Legenden, auch in Volkslied und Drama (¬ĽMarburger Elisabethspiel¬ę, 1481) ein Echo. Dichterische Bem√ľhungen des 19. und 20. Jahrhunderts um sie (C. Kingsley, ¬ĽThe saint's tragedy¬ę, 1844, Gedichte; O. Roquette/F. Liszt, ¬ĽDie Legende von der Heiligen Elisabeth¬ę, Oratorium 1862) waren ohne bleibende Bedeutung. Dichter. Lebensberichte schrieben Lulu von Strauss und Torney (1926), P. D√∂rfler (1930), L. Weismantel (1931).
 
V. a. ihre Mildt√§tigkeit wurde Thema von Darstellungen in der bildenden Kunst. Sie wird im Witwenschleier, umgeben von Kranken und Armen, gezeigt; Kanne und Brote sind ihre Attribute (Statue um 1350; Stra√üburg, M√ľnster), auch das Modell ihrer Kirche in Marburg (um 1360; Magdeburg, Dom, Relief), ebenso eine (symbolische) Krone (1707; Prag, Karlsbr√ľcke, Statue von F. M. Brokoff). Ihre Legende erschien schon im 13. Jahrhundert auf Glasfenstern und v. a. auf ihrem Reliquienschrein (um 1235-49; Marburg, Elisabethkirche), in romantischer Sicht auf den Fresken der Wartburg von M. von Schwind (1854-55).
 
 
Dietrich von Apolda: Das Leben der hl. E. von Th√ľringen. Cronica sant Elisabet zcu deutsch, hg. v. H. H√∂mig (1520, Nachdr. 1981);
¬†G. Jaschke: Die Hl. E. von Th√ľringen (1990);
¬†G. Hoppe: E., Landgr√§fin von Th√ľringen (31991);
¬†N. Ohler: E. von Th√ľringen. F√ľrstin im Dienst der Niedrigsten (21992).

Universal-Lexikon. 2012.

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